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Spirometrie

Die Lunge ist ein sehr leistungsfähiges Organ. Sie hat die Aufgabe, unseren Körper mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff zu versorgen und das beim Stoffwechsel entstehende Abbauprodukt Kohlendioxid mit der Ausatemluft abzutransportieren.

Mit jedem Atemzug ziehen wir 0,5 Liter Luft in unsere Lungen, das sind 10 Liter pro Minute, 14400 Liter am Tag und 5.265.000 Liter im Jahr. Damit ist die Lunge das Organ, welches am meisten von allen unseren Organen Schadstoffen direkt ausgesetzt ist.

Nicht nur diese Schadstoffe können unsere Lunge schädigen, sondern auch angeborene Störungen oder Infektionen können zu einer Beeinrächtigung der Lungenfunktion führen. Hierbei ändern sich in charakteristischerweise die Werte, welche wir mit Hilfe der Spirometrie (Lungenfunktionsprüfung) überprüfen können.

Die Spirometrie ist eine einfache, schnelle sowie nicht invasive Methode zur Messung von Lungenvolumina und Atemstromstärken. Ihr Wert liegt in der Diagnostik von Verengungen der Bronchien wie dem Asthma oder der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Wie schon im Namen der COPD aufgeführt, reden wir dann von einer Obstruktion. Gleichzeitig kann getestet werden, ob Asthmasprays Betroffenen helfen können.

Die Lungenfunktion dient auch zur Festlegung des Schweregrades der Obstruktion und hilft bei der Beurteilung von Therapieerfolg, Krankheitsverlauf und Prognose.

Mit Hilfe der Lungenfunktion lassen sich aber auch Aussagen über andere Störungen der Lungenfunktion, zu denen der Gasaustausch oder die Funktion der Atempumpe gehören, treffen. Allerdings sind diese häufig nur unter Zuhilfenahme weitere diagnostischer Methoden eindeutig zu verwerten.

Wie wird die Spirometrie durchgefürt?

Bei dem von uns verwendeten Spirometer werden wir Ihnen zunächst eine Nasenklammer aufsetzen, da die Messung der Atemmanöver ausschließlich über den Mund erfolgt. Anschließend erhalten Sie den Spirometer und werden gebeten, das Mundstück vollständig mit den Lippen zu umschließen und dann drei Zyklen normal und anschließend dreimal tief bzw. fest ein- und auszuatmen.

Während Ihrer Atemmanöver werden nun die statischen und dynamischen Lungenfunktionsparameter sowie Atemflüsse über den Mund gemessen. Die Messungen erfolgen entweder mit Strömungssensoren oder mit Hilfe von Ultraschallsensoren bzw. dem Hitzdrahtanemometer aber auch über Volumensensoren wie der Turbine. Für alle Mathematiker unter uns: Bei Strömungssensoren errechnet sich das Volumen numerisch aus der Integration der Strömung über die Zeit. Bei den Volumensensoren wird die Strömung durch Differentiation des erfassten Volumens bestimmt.

Wann machen wir eine Spirometrie?

Wir setzen die Lungenfunktion in erster Linie zur Diagnostik bei Verdacht auf Atemwegserkrankungen (z.B. COPD, Asthma bronchiale) ein. Außerdem kommt sie zum Einsatz, wenn ein chronischer Husten weiter abgeklärt werden soll.

Standardmäßig wird die Lungenfunktion bei unserem großen Check Up durchgeführt.

Weitere Anwendungsgebiete der Spirometrie sind die Früherkennung von Schäden durch inhalative Noxen, also z.B. nach Rauchgasvergiftung, bei Verdacht auf kombinierte Erkrankungen von Lunge und Herz sowie bei muskuloskelettalen Erkrankungen mit Auswirkungen auf die Atmung. Aber auch bei Verdacht auf Erkrankungen der Atempumpe, welche das Atemzentrum, die zugehörigen Nerven oder Muskeln betreffen sowie bei der Verlaufsbeobachtung bronchopulmonaler Erkrankungen und deren Therapiekontrolle kommt die Lungenfunktion zum Einsatz.

Zusätzliche Anwendungsgebiete sind arbeitsmedizinische Fragestellungen und Vorsorge (z.B. bei Exposition gegenüber Allergenen, anorganischen Stäuben, Rauchbelastungen usw. ) und die präoperative Diagnostik