Vorhofflimmern erkennen

Apple-Watch hilft Patienten

Apple startete 2017 eine Studie in Kooperation mit der Stanfort Universität mit 400.000 Teilnehmern um herauszufinden, ob mit Hilfe der Apple-Watch Vorhofflimmern zuverlässig diagnostiziert werden kann.

Die Studie wurde zu der Zeit gestartet, als die Apple Watch 3 auf den Markt kam. Die integrierten EKG´s ab der Apple Watch 4 wurden also in dieser Studie nicht berücksichtigt, während die ersten beiden Generationen Teil der Studie waren. Insgesamt warnte die Apple Watch 0,5 Prozent der Teilnehmer, dass sie einen unregelmäßigen Herzrhythmus haben, welches ein Zeichen für Vorhofflimmern sein kann.

Dass diese Zeichen tatsächlich nur als Verdacht zu verstehen sind, zeigen weitere Zahlen. In einer sich anschließenden Analyse zeigten 34 Prozent der Probanden, bei denen die Apple Watch den Verdacht auf eine Herzrhythmusstörung gestellt hatte, tatsächlich ein bisher nicht entdecktes Vorhofflimmern. Getestet wurde dies mit einem Langzeit-EKG, welches eine Woche lang den Herzrhythmus aufzeichnete. Zu beachten ist hier allerdings, dass es Formen von Vorhofflimmern gibt, die nicht zwingend in dieser Kontrollwoche auftreten mussten.

In weiteren Tests wurde anschließend getestet, wie gut der Sensor der Apple Watch funktioniert. Hierzu wurden Tests parallel mit einem Langzeit-EKG durchgeführt. In diesem Fall zeigte die Studie, dass in 84 Prozent der Fälle bei einer Apple-Watch-Warnung auch gleichzeitig Vorhofflimmern über das Langzeit-EKG festgestellt wurde. Das heißt, von den 66 Prozent, die während der ersten Studienphase per EKG nicht als Vorhofflimmer-Patienten entdeckt wurden, dürften noch Probanden dabei sein, die während der Testphase mit der Apple-Watch richtig diagnostiziert wurde.

Neben den Anwendungsmöglichkeiten von Smart-Watches ist das interessante an dieser Studie die enorm hohe Anzahl an Teilnehmern. Bei ähnlichen Studien werden normalerweise nur maximal einige Tausend Teilnehmer eingeschlossen, nicht zuletzt auch wegen des hohen finanziellen Aufwands. Apple hat hier mit dem Resarch-Kit eine Plattform geschaffen, mit der schnell und einfach entsprechende Studien ohne größeren Aufwand gestartet werden können. Diese erfüllen zwar formal nicht die strengen wissenschaftlichen Kriterien an eine randomisiert kontrollierte Studie, stellen aber dennoch ihren relevanten medizinischen Bezug unter Beweis.

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