Blutverdünnung

Marcumar® wird zur Blutverdünnungstherapie eingesetzt, um Thrombosen oder Embolien durch Blutgerinnsel zu verhindern. Marcumar® blockiert in der Leber Vitamin K, das zur Bildung von Blutgerinnungsfaktoren notwendig ist. Ohne Vitamin K kann der Körper nicht in ausreichendem Maß Gerinnungsfaktoren herstellen. Somit gerinnt das Blut langsamer und Sie bluten länger.

 

Bei diversen Lebensmitteln und vielen verschiedenen Medikamenten kann es zu Wechselwirkungen mit Marcumar® kommen. Diese Wechselwirkungen können Wirkungsverstärkungen mit erhöhter Blutungsgefahr oder Wirkungsabschwächungen mit erhöhter Thrombose- oder Embolie-Gefahr nach sich ziehen. Hierbei sind auch freiverkäufliche und pflanzliche Arzneimittel zu beachten.

 

Besonders beachtenswert sind Rheumamittel wie Diclofenac, Ibuprofen und ASS, da es bei gleichzeitiger Anwendung mit Marcumar® zu schweren Blutungen im Magendarmtrakt kommen kann. Ist jedoch eine Behandlung mit Rheumamitteln unumgänglich, sollten Sie zusätzlich ein Magenschutzpräparat einnehmen.

 

Vitamin K hebt die Wirkung von Marcumar® auf. Es ist nicht notwendig, Vitamin K-haltige Lebensmittel zu meiden, jedoch ist davon abzuraten, Lebensmittel mit hohem Vitamin K-Gehalt mehrmals täglich zu sich zu nehmen bzw. reine Obst- oder Gemüsesafttage einzulegen. Entscheidend ist die möglichst gleichbleibende Ernährungsweise ohne extreme Bevorzugung oder Meidung bestimmter Gerichte.  Auch hoher Alkoholkonsum kann die Wirkung von Marcumar® abschwächen.

 

Lebensmittel, die viel Vitamin K enthalten

Blumenkohl
Broccoli
Kohlrabi
Spargel
Grünes Gemüse

Kohl
Salat
Sauerkraut
Spinat

Rindfleisch (fett)
Innereien
Schweinefleisch

Milch
Milchprodukte
Eier

Medikamente, die Marcumar verstärken

Cephalosporine
Cotrim forte
Roxithromycin
Clarithromycin
Azithromycin
Heparin

ASS
Clopidogrel
Amiodaron
Pentoxifyllin
Tramadol
Amitriptylin

Valproinat
Fluoxetin
Coxibe
Diclofenac
Ibuprofen
Allopurinol

Sexualhormone
Cholesterin-senker
Laktulose
L-Thyroxin
Tamoxifen
Tetracycline

Medikamente, die Marcumar abschwächen

Rifampicin
Digitalis
Kortison

Diuretika
Barbiturate
Metformin

Carbamazepin
Haloperidol

Johanniskraut
Azathioprin

 

Wir werden diesen Eintrag demnächst noch um die Themen Blutplättchenhemmer und NOAK´s (die Nachfolgepräparate des Marcumar) ergänzen.

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