Antibiotika

Antibiotika sind Medikamente gegen zum Teil lebensbedrohliche bakterielle Infektionen. Langfristig könnten sie ihre Wirksamkeit verlieren, wenn die Bakterien „lernen“, sich den Antibiotika durch die Ausbildung von Resistenzen zu widersetzen.

Hier fassen wir wichtige Tipps und Informationen für Sie zusammen:

  • Antibiotika sollten ausschließlich nach ärztlicher Verordnung eingenommen werden.
  • Antibiotika sollten so lange und in der Dosierung eingenommen werden, wie vom Arzt vorgesehen.
  • Wir informieren Patienten über Wechselwirkungen und geben Einnahmehinweise. Einige Antibiotika werden durch Kalzium in ihrer Wirkung gestört. Sie sollten deshalb nicht mit Milch oder kalziumreichen Mineralwässern eingenommen werden. Idealerweise nimmt man die Tabletten mit einem großen Glas Wasser ein.
  • Reste von Antibiotika sollten nicht aufgehoben oder von Patienten bei der nächsten Infektion auf eigene Faust eingenommen werden.
  • Ärztlich verordnete Antibiotika sollten nicht an andere Patienten weitergegeben werden.
  • Antibiotika sollten über den Hausmüll entsorgt werden, aber nicht über die Toilette oder das Waschbecken. Die Entsorgung von Antibiotika über das Abwasser verbreitet die Substanzen in die Umwelt und fördert so die Entstehung von Resistenzen. Einige Apotheken bieten als freiwilligen Service an, Arzneimittelreste zu entsorgen.
  • Viele Infektionen können durch einfache Hygienemaßnahmen vermieden werden. Empfehlenswert ist auch eine Grippeimpfung.

Wissenswertes zu Antibiotika:

Antibiotika sind die am häufigsten verwendeten Medikamente der Welt. Und die am häufigsten falsch verwendeten. Oft unsinnigerweise bei nicht-bakteriellen Infektionen eingesetzt, kommen sie viel zu häufig zum Einsatz. Dabei gilt bei keinem anderen Medikament so sehr wie bei einem Antibiotikum: je seltener desto besser. Zu häufige oder gar falsche Anwendung hilft Bakterien, gefährliche Resistenzen zu entwickeln.

Erlebt haben wir das vermutlich alle schon einmal: Wir sind krank, fühlen uns richtig schlecht, haben Schmerzen – kaum nimmt man ein Antibiotikum, geht es einem schnell besser. Leider funktioniert das aber nicht bei allen Krankheiten. Denn – was einige nicht wissen – Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen. Gegen Viren können sie rein gar nichts ausrichten.

Trotzdem werden Antibiotika leider auch bei Erkältungen verschrieben und von noch sehr viel mehr Patientinnen und Patienten verlangt. Dabei sind ca. 90 % aller Erkältungen mit den typischen Symptomen wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen virale Infekte, bei denen Antibiotika gar nicht helfen. Überhaupt wird unser Immunsystem mit den meisten Erregern ganz von allein fertig, wenn wir ihm nur genug Zeit geben.

Schmerzen, Schnupfen, Fieber – wie erkennt man denn, ob Viren oder Bakterien die Ursache sind?

Bei Mandelentzündungen beispielsweise kann der Arzt einen Abstrich machen und im Labor untersuchen lassen. Und auch im Blut findet man Indizien, die auf eine bakterielle Infektion hinweisen. Wer aber nicht erst auf Laborergebnisse bis zum nächsten oder übernächsten Tag warten will, kann direkt in der Praxis am Point of Care einen so genannten CRP-Test machen lassen. Dieser Schnelltest bestimmt die Anzahl des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein (CRP), die bei bakteriellen Infektionen deutlich erhöht ist. Vorteil: Der Test ist einfach und schnell – ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe reicht für ein sofort ablesbares Ergebnis. Nachteil: Die Kosten für diesen (Schnell-) Test werden nicht von den Kassen übernommen.

Übrigens – auch in der Naturapotheke gibt es Antibiotika. Versuchen Sie es mal mit Knoblauch, damit ersetzten die Ärzte im ersten Weltkrieg fehlendes Antibiotikum. Auch Eukalyptus (Cineol) und Pinien Öl (Pineol) sind antibiotisch wirksam .Bereits Louis Pasteur hat die keimtötende Wirkung nachgewiesen.

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